Am 12.Dezember luden die Tiroler Junggärtner zu einem ganz besonderen Abend.
Bereits seit 50 Jahren gibt es diesen Verein und dies mußte entsprechend alter Junggärtnertradition
natürlich gebührend gefeiert werden. Im festlich geschmückten Verkaufshaus der Gärtnerei
Tauber in Igls bei Innsbruck konnte der Obmann Christian Jägerbauer fast 70 Junggärtner/innen,
darunter auch zahlreiche Ehrengäste und Förderer des Vereines begrüßen.
Stellvertretend für diese sei hier an erster Stelle der Präsident der Landeslandwirtschaftskammer
für Tirol ÖR Ludwig Penz genannt. Der Fachverband der Tiroler Jung und Berufsgärtner,
so der offizielle Name wurde am 29.August 1953 von 27 Gründungsmitgliedern an der
Spitze Rudolf Dichtl, aus der Taufe gehoben. Es war die Zeit des Wiederaufbaues,
auch für die Gartenbaubetriebe in Tirol, Fachkräfte waren ganz einfach Mangelware.
Es gab zwar eine gute Lehrlingsausbildung, aber eine berufliche Weiterbildung nach
der Lehre war kaum möglich. Dies war dann auch der Hauptgrund für die Gründung dieses
Vereines.

Das Echo war wirklich überwältigend, die jungen Gärtner und Gärtnerinnen drängten
sich förmlich zu den angebotenen Weiterbildungsveranstaltungen, Seminaren, Vorträgen
und die Lehrfahrten waren überhaupt der Renner, denn schließlich war es damals für
die jungen Menschen aufgrund Ihren beschränkten finanziellen Mittel, oft die einzige
Möglichkeit mit den Junggärtnern, in andere Bundesländer oder ins europäische Ausland
zu kommen und sich dort über den Gartenbau zu informieren. Natürlich mussten sich
auch die Junggärtner im Laufe der Zeit, den verschiedenen Gegebenheiten anpassen
und sich weiterentwickeln, aber die Hauptaufgabe, die Förderung und Unterstützung
der im Gartenbau beschäftigten Menschen steht immer noch im Mittelpunkt de Vereinsgeschehens.
Der Mangel an Arbeitskräften im Gartenbau besteht zwar schon seit Jahren nicht mehr,
im Gegenteil, die Rationalisierung und Technisierung hat auch in dieser Branche
zum Verlust von Arbeitsplätzen geführt. Aber gerade aus diesem Grund ist es notwendig
sich ständig, ja wahrscheinlich noch viel mehr als früher weiterzubilden, um auf
dem hart umkämpften Arbeitsmarkt bestehen zu können.Auch die Tatsache daß viele
Gärtnereien, die früher reine Produktionsbetriebe waren sich im Laufe der letzten
10-15 Jahre auch intensiv dem Endverkauf zugewandt haben, verlangt von den Mitarbeitern
ein noch viel größeres Wissen über sämtliche Bereiche des Gartenbaues um die Kunden
eben entsprechend beraten zu können.
In Ihren Grußworten bekundeten ÖR Ludwig Penz, Obmann der Tiroler Gärtner ÖR Gustav
Seidemann und auch der Obmann der Landarbeiterkammer Franz Egger einhellig, die
Wichtigkeit der Junggärtner einst wie heute. Und der Wille Junggärtnerarbeit auch
in Zukunft engagiert weiter zu betreiben wurde bei den während der Festversammlung
durchgeführten Neuwahlen auch bestätigt. Neben Obmann Christian Jägerbauer stellte
sich wieder ein junges motiviertes Team für die verantwortungsvolle Aufgabe zur
Verfügung. Auch die Posten des Obmannstellvertreters und der Geschäftsführerin wurden
mit Ing.Michael Jäger und Melanie Berroithner neu besetzt.
Und es gäbe wohl nichts schöneres, als wenn die Junggärtner in fünf Jahrzehnten
zum hundertjährigen Jubiläum laden würden.
Bericht und Fotos: Reinold Claudia