Mit einem charmanten Lächeln von Obmann Thomas Wohlgenannt und einem Geranien-Begrüßungscocktail
wurde man vergangenen Mittwoch zum Winterseminar im Vorarlberger Ländle empfangen.
Dies war der perfekte Start in ein nicht alltägliches Seminar, denn die Erwartungen
der 65 Teilnehmer wurden wahrlich erfüllt! Aus ganz Österreich, um nicht zu sagen
aus allen Ecken und Winkeln, und sogar Südtirol nahmen junge und junggebliebene
Gärtner Anreisen von bis zu 1 Tag auf sich um ins verschneite Bürs zu gelangen.
Klaus Schnaidt, Präsident der Europäischen Junggärtner www.cejh.org erläuterte uns
die Zukunftsaussichten im neuen Jahrtausend in seinem Vortrag „Die Zukunft und wir“.
Die Tatsache, dass die Chancen am Arbeitsmarkt nur steigen, wenn man sich laufend
weiterbildet, war für uns nichts Neues, denn aus diesem Grund befanden wir uns ja
auf diesem Junggärtnerseminar. Lebenslang lernen – Weiterbilden – Weiterkommen ist
das Hauptziel jeglicher Junggärtnerarbeit in Österreich, Deutschland, ganz Europa
! Wer diesen Slogan beherzt wörtlich nimmt, all die Angebote für sein berufliches
Weiterkommen nutzt und in der Arbeitsplatzsuche mobil bleibt, der wird nie mit der
Arbeitslosigkeit konfrontiert sein.
Der 2.Seminartag startete mit einem sehr mitreißenden Vortrag von Karl Ploberger,
Marketingleiter ORF-Oberösterreich, über das Thema „Medienarbeit in schwierigen
Zeiten – Marketingchancen für die grüne Branche“. Der Garten ist die Freizeitbeschäftigung
Nr.1 und der Begriff „Cocooning“ oder „My home is my castle“ wird immer aktueller.
Doch wie kann man sich diese Entwicklung zunutze machen? Werbung gegen Geld ist
sehr teuer – Promotion durch Events ein möglicher Ausweg. Kundennähe erreicht man
über Emotionen, man verkauft nicht nur Blumen – man verkauft Freizeit und Erholung
!
Frau Eva-Maria Geiger , Fachgebietsleiterin Zierpflanzenbau an der Bayrischen Landesversuchsanstalt
für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim präsentierte uns die Testergebnisse der Beet-
und Balkon Neuheiten für die Saison 2003. Die Antworten auf die Fragen: Was wünscht
sich der Endverbraucher? - Was bewährt sich beim Kunden? – Was sollte im Sortiment
einer Gärtnerei auf keinen Fall fehlen? Erläuterte sie uns anhand von vielen Bildern
und Beispielen. Auf der HP www.lwg.bayern.de kann man unter der Rubrik Gartenbau
sämtliche Ergebnisse nachlesen.

Nach einem guten Mittagessen versammelte man sich wieder zum Vortrag von Frau
Anna Steidle-Schwahn, Lehrbeauftragte der FH Weihenstephan www.fh-weihenstephan.de
zum Thema „Öffentliches Grün - Fit für die Zukunft“. Qualitätssicherung von öffentlichen
Grünanlagen, Verkehrsinseln und Parkanlagen trotz knapper Kasse ist wohl nicht einfach,
jedoch mit einer gewissen Einteilung und Optimierung vom Pflegeaufwand kann so einiges
verbessert werden. Tatsache ist: Wenn bei öffentlichen Grünanlagen zuviel Geld gespart
wird, hat man im Städtischen Bereich über kurz oder lang keine Lebensqualität mehr.
Jeder Bürger investiert jährlich durchschnittlich 70-80 Euro in Pflanzen – Eine
Gemeinde/Stadt nur 35-40 Euro....
„Die Kunden von morgen“ – Über die Gründe und Hintergründe der Kauflust informierte
uns Helmut Hohengartner, Hohengartner OEG, www.hohengartner.at , Rankweil. Wer sich
ein bisschen mit Menschen beschäftigt, wird feststellen, dass sie immer auf der
Suche nach Sicherheit und Geborgenheit sind. Wer mit seinen Produkten positive Gefühle
wachrufen kann, wird unmittelbar auch Kaufentscheidungen auslösen. Auf jeden Fall
gilt:
Nimm die Menschen, wie sie sind. Denn es gibt keine anderen – auch nicht in Zukunft!
Mit dem Thema „Floraler Vorfrühling“ machte uns Frau Brigitte Geiger-Kopf, Zauberblume,
Frastanz, Gusto auf den Frühling. Anhand von praktischen und einfachen Beispielen
zeigte sie uns, wie wichtig es ist, die Jahreszeiten und Stimmungen der Kunden beim
floristischen Arbeiten zu berücksichtigen. Was uns Gärtnern natürlich positiv auffiel,
war die naturnahe Einstellung von Frau Brigitte zum gewachsenen Werkstoff. Ihre
Arbeiten spiegelten sehr viel Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen zu Blumen und
Pflanzen wieder.
Nach so viel Info über die verschiedensten Gärtnerbereiche waren alle müde.... Aber
nicht zu müde zum original Vorarlberger „Käsknöpfle“ essen mit anschließender Laternenwanderung
im winterlichen Bürserberg und anschließender Punschparty!!! So mancher stieg am
nächsten Morgen mit bleichem Gesicht in einen der zwei Busse zu den Betriebsbesichtigungen.

Das erste Ziel war die Ideengärtnerei Müller in Thüringen. Spätestens bei der
Ankunft bei diesen Betrieb waren die letzten munter, denn das wollte sich keiner
entgehen lassen! Zwei dynamische Brüder, klare Verkaufstrategien, Mut zum Originellen
und ein gut geplanter Betrieb - sind ein paar Stichworte, welche die Ideengärtnerei
im wahrsten Sinne des Wortes beschreiben.
Gensetter – Pflanzen aus gutem Grund... Dieser große Produktionsbetrieb in Rankweil
ist nur eine Hälfte des Unternehmens. Die zweite Betriebsstätte befindet sich im
schweizerischen Landquart. 95% der Pflanzen werden mit großem Aufwand (Pflanzenpass,
Zoll, Termindruck,...) in die Schweiz exportiert. Genauere Betriebsinformationen
www.gensetter.ch

Nach der eindrucksvollen Führung des Betriebsleiters wurde unsere Gruppe zu einem
tollen Mittagessen eingeladen. Das nächste Ziel unserer Exkursionsfahrt führte uns
nach Mäder zum Betrieb Rosen Waibel. Neben dem normalen Endverkaufsprogramm hat
sich Herr Waibel auf die Schnittproduktion von Rosen spezialisiert.
Die Gärtnerei hat eine gesunde Mischung aus „Alt“ und „Neu“ und besticht durch einen
sehr aktiven und um Lehrlinge bemühten Chef. Hier wird Ausbildung sehr ernst genommen
und die „Lehrbeutel“ an ihrer Freude am Beruf gefördert.


Die Brauerei Fohrenburger (www.fohrenburger.at) in Bludenz erfreute uns mit tollen Kleidervorschriften in Bezug auf Kopfbedeckung... Nach der Führung durch die Produktion und Abfüllanlage durften wir alle ein fabelhaftes Bierchen schlürfen!

Der Vorstand der Vorarlberger Junggärtner hat sich für den bunten Abend so einiges einfallen lassen... So einige wurden mit einem Gedicht zur Teilnahme an einem Spiel überrascht - und Herzblatt im Gärtnerkreis??? – kein Problem!!!



Gerhard Six übernahm mit starker Unterstützung seiner kleinen Tochter Viktoria
die Vorstellung des Winterseminars 2004, welches vom 14.-17.Jänner in der buckeligen
Welt Niederösterreichs, in Kirschlag, stattfinden wird. Nach so vielen Vorträgen,
Besichtigungen und fachlichem Austausch war dieses Seminar für alle Teilnehmer ein
voller Erfolg !
Für die Junggärtner wieder einmal ein Beweis dafür, dass sich die gemeinsame Arbeit
und der volle ehrenamtliche Einsatz auf jeden Fall lohnt!!! Die österreichischen
Junggärtner sind eine große Gärtnerfamilie, welche auch ständig junges Gemüse dazugewinnt.
Eines steht jedoch trotz allem fest: Länger dürfte das Winterseminar nicht dauern...
Das würden nämlich meine Lachmuskeln nie aushalten !!!
Bericht und Fotos: Reinold Claudia