Rückblicke

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Winterseminar in Vorarlberg
22. Jänner 2003
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Mit einem charmanten Lächeln von Obmann Thomas Wohlgenannt und einem Geranien-Begrüßungscocktail wurde man vergangenen Mittwoch zum Winterseminar im Vorarlberger Ländle empfangen. Dies war der perfekte Start in ein nicht alltägliches Seminar, denn die Erwartungen der 65 Teilnehmer wurden wahrlich erfüllt! Aus ganz Österreich, um nicht zu sagen aus allen Ecken und Winkeln, und sogar Südtirol nahmen junge und junggebliebene Gärtner Anreisen von bis zu 1 Tag auf sich um ins verschneite Bürs zu gelangen.

Klaus Schnaidt, Präsident der Europäischen Junggärtner www.cejh.org erläuterte uns die Zukunftsaussichten im neuen Jahrtausend in seinem Vortrag „Die Zukunft und wir“. Die Tatsache, dass die Chancen am Arbeitsmarkt nur steigen, wenn man sich laufend weiterbildet, war für uns nichts Neues, denn aus diesem Grund befanden wir uns ja auf diesem Junggärtnerseminar. Lebenslang lernen – Weiterbilden – Weiterkommen ist das Hauptziel jeglicher Junggärtnerarbeit in Österreich, Deutschland, ganz Europa ! Wer diesen Slogan beherzt wörtlich nimmt, all die Angebote für sein berufliches Weiterkommen nutzt und in der Arbeitsplatzsuche mobil bleibt, der wird nie mit der Arbeitslosigkeit konfrontiert sein.

Der 2.Seminartag startete mit einem sehr mitreißenden Vortrag von Karl Ploberger, Marketingleiter ORF-Oberösterreich, über das Thema „Medienarbeit in schwierigen Zeiten – Marketingchancen für die grüne Branche“. Der Garten ist die Freizeitbeschäftigung Nr.1 und der Begriff „Cocooning“ oder „My home is my castle“ wird immer aktueller. Doch wie kann man sich diese Entwicklung zunutze machen? Werbung gegen Geld ist sehr teuer – Promotion durch Events ein möglicher Ausweg. Kundennähe erreicht man über Emotionen, man verkauft nicht nur Blumen – man verkauft Freizeit und Erholung !

Frau Eva-Maria Geiger , Fachgebietsleiterin Zierpflanzenbau an der Bayrischen Landesversuchsanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim präsentierte uns die Testergebnisse der Beet- und Balkon Neuheiten für die Saison 2003. Die Antworten auf die Fragen: Was wünscht sich der Endverbraucher? - Was bewährt sich beim Kunden? – Was sollte im Sortiment einer Gärtnerei auf keinen Fall fehlen? Erläuterte sie uns anhand von vielen Bildern und Beispielen. Auf der HP www.lwg.bayern.de kann man unter der Rubrik Gartenbau sämtliche Ergebnisse nachlesen.

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Nach einem guten Mittagessen versammelte man sich wieder zum Vortrag von Frau Anna Steidle-Schwahn, Lehrbeauftragte der FH Weihenstephan www.fh-weihenstephan.de zum Thema „Öffentliches Grün - Fit für die Zukunft“. Qualitätssicherung von öffentlichen Grünanlagen, Verkehrsinseln und Parkanlagen trotz knapper Kasse ist wohl nicht einfach, jedoch mit einer gewissen Einteilung und Optimierung vom Pflegeaufwand kann so einiges verbessert werden. Tatsache ist: Wenn bei öffentlichen Grünanlagen zuviel Geld gespart wird, hat man im Städtischen Bereich über kurz oder lang keine Lebensqualität mehr. Jeder Bürger investiert jährlich durchschnittlich 70-80 Euro in Pflanzen – Eine Gemeinde/Stadt nur 35-40 Euro....

„Die Kunden von morgen“ – Über die Gründe und Hintergründe der Kauflust informierte uns Helmut Hohengartner, Hohengartner OEG, www.hohengartner.at , Rankweil. Wer sich ein bisschen mit Menschen beschäftigt, wird feststellen, dass sie immer auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit sind. Wer mit seinen Produkten positive Gefühle wachrufen kann, wird unmittelbar auch Kaufentscheidungen auslösen. Auf jeden Fall gilt:

Nimm die Menschen, wie sie sind. Denn es gibt keine anderen – auch nicht in Zukunft! Mit dem Thema „Floraler Vorfrühling“ machte uns Frau Brigitte Geiger-Kopf, Zauberblume, Frastanz, Gusto auf den Frühling. Anhand von praktischen und einfachen Beispielen zeigte sie uns, wie wichtig es ist, die Jahreszeiten und Stimmungen der Kunden beim floristischen Arbeiten zu berücksichtigen. Was uns Gärtnern natürlich positiv auffiel, war die naturnahe Einstellung von Frau Brigitte zum gewachsenen Werkstoff. Ihre Arbeiten spiegelten sehr viel Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen zu Blumen und Pflanzen wieder.

Nach so viel Info über die verschiedensten Gärtnerbereiche waren alle müde.... Aber nicht zu müde zum original Vorarlberger „Käsknöpfle“ essen mit anschließender Laternenwanderung im winterlichen Bürserberg und anschließender Punschparty!!! So mancher stieg am nächsten Morgen mit bleichem Gesicht in einen der zwei Busse zu den Betriebsbesichtigungen.

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Das erste Ziel war die Ideengärtnerei Müller in Thüringen. Spätestens bei der Ankunft bei diesen Betrieb waren die letzten munter, denn das wollte sich keiner entgehen lassen! Zwei dynamische Brüder, klare Verkaufstrategien, Mut zum Originellen und ein gut geplanter Betrieb - sind ein paar Stichworte, welche die Ideengärtnerei im wahrsten Sinne des Wortes beschreiben.

Gensetter – Pflanzen aus gutem Grund... Dieser große Produktionsbetrieb in Rankweil ist nur eine Hälfte des Unternehmens. Die zweite Betriebsstätte befindet sich im schweizerischen Landquart. 95% der Pflanzen werden mit großem Aufwand (Pflanzenpass, Zoll, Termindruck,...) in die Schweiz exportiert. Genauere Betriebsinformationen www.gensetter.ch

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Nach der eindrucksvollen Führung des Betriebsleiters wurde unsere Gruppe zu einem tollen Mittagessen eingeladen. Das nächste Ziel unserer Exkursionsfahrt führte uns nach Mäder zum Betrieb Rosen Waibel. Neben dem normalen Endverkaufsprogramm hat sich Herr Waibel auf die Schnittproduktion von Rosen spezialisiert.

Die Gärtnerei hat eine gesunde Mischung aus „Alt“ und „Neu“ und besticht durch einen sehr aktiven und um Lehrlinge bemühten Chef. Hier wird Ausbildung sehr ernst genommen und die „Lehrbeutel“ an ihrer Freude am Beruf gefördert.

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Die Brauerei Fohrenburger (www.fohrenburger.at) in Bludenz erfreute uns mit tollen Kleidervorschriften in Bezug auf Kopfbedeckung... Nach der Führung durch die Produktion und Abfüllanlage durften wir alle ein fabelhaftes Bierchen schlürfen!

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Der Vorstand der Vorarlberger Junggärtner hat sich für den bunten Abend so einiges einfallen lassen... So einige wurden mit einem Gedicht zur Teilnahme an einem Spiel überrascht - und Herzblatt im Gärtnerkreis??? – kein Problem!!!

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Gerhard Six übernahm mit starker Unterstützung seiner kleinen Tochter Viktoria die Vorstellung des Winterseminars 2004, welches vom 14.-17.Jänner in der buckeligen Welt Niederösterreichs, in Kirschlag, stattfinden wird. Nach so vielen Vorträgen, Besichtigungen und fachlichem Austausch war dieses Seminar für alle Teilnehmer ein voller Erfolg !

Für die Junggärtner wieder einmal ein Beweis dafür, dass sich die gemeinsame Arbeit und der volle ehrenamtliche Einsatz auf jeden Fall lohnt!!! Die österreichischen Junggärtner sind eine große Gärtnerfamilie, welche auch ständig junges Gemüse dazugewinnt. Eines steht jedoch trotz allem fest: Länger dürfte das Winterseminar nicht dauern... Das würden nämlich meine Lachmuskeln nie aushalten !!!

Bericht und Fotos: Reinold Claudia

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