13 bildungswillige Junggärtner/Innen trafen sich am 6. und 7.November zu einem Rhetorikseminar. Ein bisschen komisch war die Stimmung schon, denn keiner von uns wusste, was da auf ihn zukommen würde. Doch die erfahrene Seminarleiterin Frau Christine Mölgg nahm uns ziemlich bald unsere Berührungsängste. Bevor wir zu den praktischen Übungen kamen, galt es zuerst einmal die Grundregeln zu "pauken", dazu gehören Dinge wie Auftreten, Gestik, Mimik, und vieles mehr. Es ist erwiesen, dass bei Begegnung zweier oder mehrerer Personen, die ersten 60 Sekunden den Ausschlag geben, ob wir einander sympathisch finden oder eben nicht.
Wenn uns in diesen ersten Augenblicken des Kennenslernens ein Anderer unsympathisch findet, wird es sehr schwierig und diese Einstellung der anderen Person umzukehren; Ich denke dies ist sehr wichtig, denken wir nur an unsere Kunden, hier haben wir eben nur sehr wenig Zeit uns kennen zu lernen, es liegt also zu Beginn dieser Beziehung Kunde- Verkäufer zu einem großen Teil daran, ob der Kunde gerne einkauft, oder möglicherweise gar nicht mehr ins Geschäft kommt.
Nach dem Theorieteil ging es schon mit praktischen Übungen weiter, so bekam jeder ein Kärtchen auf dem ein Begriff stand, und es galt ganz spontan Gedanken und Gefühle auszudrücken, die wir mit diesen Wörtern verbinden. Oder eine andere Übung bei der innerhalb von 30 Sekunden so viele Wörter als möglich zu einem bestimmten Buchstaben zu nennen waren. Man möchte gar nicht denken, wie lange diese 30 Sekunden sein können, wenn einem nichts mehr einfällt. All diese Übungen dienen einfach dazu, seine Spontaneität und Wortschatz zu vergrößern.

Am nächsten Seminarabend ging es dann richtig zur Sache: Es bekam ein jeder ein
Kärtchen mit drei Hauptwörtern darauf, die Aufgabe war es, mit diesen Wörtern sofort
ohne Zeit zum Nachdenken zu haben eine Geschichte zu erzählen, und zwar vor laufender
Kamera. Es war wirklich beeindruckend, welch tolle und einfallsreiche Geschichten
uns hier zu Ohren kamen. Im Anschluss wurden die Filmaufnahmen allen noch einmal
vorgeführt und der/die jeweilige Vortragende aber auch alle anderen Seminarteilnehmer
versuchten die einzelnen Leistungen zu beurteilen. Ich muss sagen, dieses Seminar
war eine einzigartige Erfahrung, für uns alle, denn es macht innerlich irgendwie
stark, wenn man konstruktive und ehrliche Kritik zulässt.
Eine wichtige Lektion dieser zwei Abende war bestimmt auch, von innen heraus selbstbewusst
zu sein, denn dieses Gefühl strahlt unweigerlich nach außen, und man hat schon "gewonnen";
das soll natürlich nicht heißen einfach überheblich und ignorant zu werden, vielmehr
einfach zu den Dingen die man sagt und tut zu stehen , auch wenn mein gegenüber
möglicherweise nicht gerade meiner Meinung ist. Es ist so möglich Menschen in einer
Art und Weise zu begegnen, von der wir vielleicht nicht einmal zu träumen wagten.
Wir alle waren am Ende dieses Seminars begeistert von den Möglichkeiten der zwischenmenschlichen
Kommunikation und eigentlich auch ein bisschen traurig, dass es schon zu Ende war.
In Zukunft werden wir bestimmt mehrere Veranstaltungen zum Thema Persönlichkeitsbildung
anbieten.
Bericht und Fotos: Christian Jägerbauer