Für 25 Junggärtner/Innen hieß es an diesem Tag früh aufstehen, denn bereits um
6.30Uhr für der Bus in Innsbruck ab. Nach einer ziemlich staugeplagten Fahrt kamen
wir um 9Uhrbei der Firma Ziegltrum in Neufarn bei München an. Herr Ziegeltrum persönlich,
nahm sich die Zeit uns durch seinen Abholgroßmarkt für Gärtner und Floristen zu
führen, keine Selbstverständlichkeit, denn schließlich ist er Herr über 5 Betriebe
verteilt über ganz Bayern. Die Firma Ziegelturm ist ja auch in Österreich bei der
"Salzachblume" beteiligt. Jener Betrieb, den wir besichtigten gliedert sich auf
einer Größe von 30000m² in zwei Teile, einer für den Blumenverkauf und eine große
Halle mit Floristikbedarf. Nach der Führung wurden wir im hauseigenen Cafe zum Frühstück
eingeladen. Nur wenige hundert Meter daneben lag unser nächstes Ziel, die Gartnerei
Willi Böck, hier werden auf 35000 m² Hochglas Gemüse, Jungpflanzen, Kräuter und
auch einige Beetpflanzenarten angebaut; Große Bedeutung hat auch der Gemüseanbau
auf einer Fläche von 50Hektar Besondere Begeisterung riefen bei uns die technischen
Einrichtungen dieses Betriebes hervor.
Die Aussaat sämtlicher Jungpflanzen erfolgt in einer vollautomatischen Sästraße,
zu deren Bedienung es maximal 2 Personen benötigt. Allein für diese Aussaaten werden
wöchentlich 180 Kubikmeter Erde verbraucht. Einige Gewächshäuser sind mit fahrbaren
Gittern, auf denen die Pflanzen stehen, ausgestattet, welche bei entsprechender
Temperatur die Pflanzen zur Abhärtung vollautomatisch ins Freiland rollen und während
der kühlen Nächte wieder zurück ins Gewächshaus bringen. Beeindruckend war hier
auch die Vielzahl an verschiedenen Kulturen (ca.120) und trotzdem fanden wir im
ganzen Betrieb nur qualitativ hochwertige Ware.
Nach einem gemütlichen Mittagessen in einem urigen bayrischen Wirtshaus, ging´s
zurück Richtung Rosenheim, genauer gesagt nach Schechen zur Firma Wittmann, ein
Zierpflanzenbetrieb, wo auf 16000 m² Hochglas und 10000m² Freiland die verschiedensten
Kulturen gedeihen. Primeln, Geranien, Poinsettien, Chrysanthemen, Topfnelken, das
ist nur ein kleiner Auszug aus dem umfangreichen Programm. In diesem Betrieb wird
auch sehr viel selbst vermehrt, deshalb hat die Familie Wittmann auch ein eigenes
4000 m² großes Vermehrungshaus mit Belichtungs- und Sprühnebelanlage errichtet.

Der ganze Betrieb ist mit einer Mobiltischanlage ausgestattet, sowie auch mit
den modernsten Topfmaschinen mit automatischer Pflanzanlage. Durch diese rationelle
Arbeitsweise kommt man hier mit 13 Arbeitskräften aus. Erwähnenswert ist auch noch
die Freilandfläche, auf der eine Vielzahl an Sommertopfpflanzen und Chrysanthemen
kultiviert werden. Hier ist es möglich, das gesamte Überwasser rückzugewinnen und
so Wasser zu sparen und Düngereintrag in den Boden zu verhindern. Nach der Führung
wurden wir von Familie Wittmann auch noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen.
Ermüdet und beeindruckt von diesen schönen Gärtnereien fuhren wir schließlich wieder
nach hause. Wir danken allen drei Betrieben für die freundliche Aufnahme, und besonders
die bayrische Gastfreundlichkeit, die wir überall zu spüren bekamen, war einfach
fantastisch.
Bericht und Fotos: Claudia Reinold